Schlafapnoe

Obstruktive Schlafapnoe

Jeder Mensch hat während der Nacht einige Atemstillstände. Wenn sie öfters (z.B. mehr als 10 mal in der Stunde) auftreten und länger als 10 Sekunden andauern, dann ist ein Schlafapnoe-Syndrom wahrscheinlich.
Die Atemstillstandsphasen treten in schweren Fällen bis zu zwanzigmal und mehr in der Stunde auf (teilweise 50-80 mal pro Stunde). Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden registriert und durch eine Weckreaktion (Arousal) überwunden. Die Arousalreaktion ist lebenswichtig und bewahrt vor dem Ersticken. Durch die Arousal-
reaktion wird aber der Schlaf selbst gestört, da ein Übergang von einem tiefen Schlaf-
stadium in einen nur oberflächlichen Schlaf stattfindet. Im weiteren Krankheitsverlauf häuft sich nicht nur die Anzahl, sondern auch die Zeitdauer der Phasen.
Aus einem chronischen, unbehandelten Apnoe-Syndrom entwickeln sich regelmäßig Bluthochdruck, Herzinsuffizienz (verminderte Herzleistung), Herzrhythmusstörungen und die verstärkte Neigung zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Nach Daten aus einer Schlaganfallklinik haben 2/3 der Schlaganfallpatienten eine Schlafapnoe.

Ursachen der Schlafapnoe

Im Schlaf kommt es bei jedem Menschen zu einer Erschlaffung der Muskulatur des Nasen-Rachen-Raumes. Beim sog. Obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) kommt es dabei zu einer Rückverlagerung der Zunge und zu einer Engstellung des Rachen-
raumes, den man sich als einen Muskelschlauch aus mehr als 20 Muskelpaaren vor-
stellen kann. Nach dem Atemstillstand kommt ein tiefer Atemzug, der die verengten Atemwege öffnet und als lauter Schnarchton hörbar wird.
Schlafapnoe tritt oft bei Dauerschnarchern auf, gehäuft auch bei Übergewichtigen.

Symptome der Schlafapnoe

  • lautes Schnarchen, von dem man selbst wach wird
  • starkes, unregelmäßiges Schnarchen mit mehr als 10 Atempausen pro Stunde, jeweils länger als 10 Sekunden (Dies sind jedoch nur Richtwerte, die insbesondere ein Alleinlebender nicht durch Eigenbeobachtung ermitteln kann.)
  • Schnarchen im Intervall: Im normalen Schlaf treten plötzlich schnappende Schnarchtöne auf. Nach einer Atempause öffnet sich dann bei tiefer Einatmung der Nasen-Rachenraum mit einem "Schnarchton". Meist stellen Partnerin oder Partner fest, dass der normale Atemrhythmus unterbrochen ist und Atempausen bestehen

Durch die Weckreaktion, die das Atemzentrum zur Aktivität mahnt und auch den Patienten wach macht, wird die normale Schlafarchitektur, d. h. der normale Schlaf-
ablauf mit Traum- und Tiefschlafphasen, erheblich gestört. Daraus resultieren der Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Bei vielen Menschen, die unter Bluthoch-
druck leiden, kann allein dies schon zu schlimmen Situationen führen.

  • Morgendliche Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfdruck und Mattigkeit ("wie gerädert").
  • Konzentrationsschwäche und Leistungsminderung am Arbeitsplatz und in der Freizeit.
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Schlafzwang, insbesondere bei monotonen Tätigkeiten ( bei langen Autofahrten, am Schreibtisch, beim Lesen,
    beim ruhigen Sitzen während der Mittagspause, beim Telefonieren, beim ruhigen Gespräch usw.).
  • Probleme in Beruf, Familie und Freundeskreis: Durch Antriebsarmut, Schwerfällig-
    keit, verminderte Einsatzbereitschaft und ständige Müdigkeit entstehen Konflikte mit den Mitmenschen.
  • Auch Depressionen und Potenzstörungen sind nicht selten.
  • Lärmbelästigung durch das laute Schnarchen: Insbesondere für Partner, aber auch für Nachbarn und auch für Freunde in der Freizeit. Oft resultieren Isolation und ein zu psychischen Störungen führendes Schamgefühl.
  • Unruhiger Schlaf, nächtliches Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen als weitere, typische Symptome. Manche Patienten stöhnen und schreien unbewußt im Schlaf, rudern mit den Armen und wälzen sich im Bett herum während der Apnoephasen. Das zerwühlte Bett am Morgen kann auch für Singles ein Hinweis sein.

Häufigkeit der Schlafapnoe

Die Anzahl der an Schlafapnoe erkrankten Personen wird von Fachleuten auf über 6 Mio. geschätzt. Dies ist z. B. die Größenordnung der an chronischer Bronchitis oder Diabetes erkrankten Personen.